§ Gratwanderung Medienrecht § #3

Grenzen der Kreativität (mit Tim Schmitt) Ein Stuntman, der über einen Baumarkt springt und verunglückt. Oder ein Zebrastreifen, der aussieht wie eine Portion Pommes von MC Donalds. Wenn es um Guerilla Marketing geht werden die Agenturen kreativ. Dabei bewegen sie...

§ Gratwanderung Medienrecht § #2

Die mächtige vierte Gewalt - Schwachpunkte im deutschen Mediensystem Der Bericht über Aktuelle Probleme und Bedrohungen der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen beschäftigt sich mit vier Kernthemen in einer Nahaufnahme von Deutschland: 1.„Lügenpresse“:...

VW zukünftig People’s Automobile?

...Hier scheiden sich die Geister - VW kommt im Jahr 2016 mit der Entscheidung um die Ecke, die Konzernsprache zu wechseln: Statt Deutsch soll nun Englisch die Kommunikation im Konzern bestimmen. Wie weit wird VW damit gehen? Überfällig, zu spät, unnötig, peinlich...

§ Gratwanderung Medienrecht § #1

Vergleichende Werbung – Zeichen von Schwäche oder ein Geniestreich? Zum einen stärkt der direkte Proudukt-, Marken- oder Unternehmensvergleich den eigenen Stand. Zum anderen stellt sich die Frage, warum jemand es überhaupt nötig hat, sich zu vergleichen. Denn die...

Marken + Persönlichkeit #4

Marken haben eine Meinung Eine starke Persönlichkeit hat eine starke Meinung. Dazu gehören auch (Selbst-)Kritik und Vergleichen. Aktuell zeigt #LIDL, wie man durch den direkten Produktvergleich (Eigenmarken und Originalmarken) den eigenen Stand stärkt. Marken, die...

Marken + Persönlichkeit #3

"Neben der Unternehmensphilosophie ist die Sprache das wichtigste Kriterium, die Persönlichkeit einer Marke zu bestimmen. [...] Sprache symbolisiert und ‚transportiert‘ Persönlichkeit, bspw. auch das Selbstverständnis der Mitarbeiter eines Unternehmens. Deshalb gilt...

Marken + Persönlichkeit #2

Marken zeigen Reaktionen Die #verafake Aktion von #neomagazinroyale hat verschiedene Marken dazu veranlasst, mit passenden Statements zu antworten. Uns zeigt das eine neue Dimension der Markenkommunikation: Insbesondere online und mit der Hashtag-Nutzung ist es für...

Marken + Persönlichkeit #1

Marken feiern Feiertage Die Blumenbranche ist längst nicht die einzige Branche, die aktiv an Feiertagen wirbt: Zum Muttertag haben u.a. Banken-, Bier-, Auto- und Kosmetikmarken ihre Zielgruppen in ihre Markenwelten entführt. Daran sieht man, dass Marken immer mehr als...

§ Gratwanderung Medienrecht § #3

Bildquelle: https://www.rushordertees.com/blog/guerrilla-marketing-creativity-trumps-budget/

Grenzen der Kreativität (mit Tim Schmitt)

Ein Stuntman, der über einen Baumarkt springt und verunglückt. Oder ein Zebrastreifen, der aussieht wie eine Portion Pommes von MC Donalds. Wenn es um Guerilla Marketing geht werden die Agenturen kreativ. Dabei bewegen sie sich jedoch meistens in einer rechtlichen Grauzone.

Zum Beispiel muss die Werbung – laut Telemediengestz – klar gekennzeichnet werden, in manchen Werbefällen wird dies aber nicht beachtet. Ein konkrets Beispiel dafür ist eine Hornbach-Kampagne, in der Stuntman Ron Hammer (welcher extra für die Kampagne erfunden wurde) über einen Baumarkt springt und dabei verunglückt. Das Video verbreitete sich viral über Social Media. Nach einigen Wochen löste die Baumarktkette dann auf, dass es bloß eine Werbekampagne war und niemand in Wirklichkeit zu Tode kam. Eigentlich hätten jetzt gegen die Kette geklagt werden können, doch die Mitbewerber trauten sich nicht, da sie ja ansonsten die “Spielverderber” wären. Stattdessen erhielt die Agentur heimat mehrere Preise für ihre Idee. mehr dazu

Legale Fallbeispiele (Quelle)

# New-York-Marathons 1997 – Mercedes lässt Werbeflieger kreisen (offizieller Sponsor: Toyota)
# DFB-Pokalfinale 2016 – Trigem lässt eigenes Luftschiff über dem Berliner Olympiastadion kreisen (offizieller Sponsor: nicht Trigem)
# Winterolympiade 1992 in Lillehammer – American Express bei der , die der Konkurrent VISA sponserte. American Express warb mit dem doppeldeutigen Slogan „If you’re travelling to Norway this winter, you´ll need a passport – but you don´t need a visa“ (offizieller Sponsor: Visa)

Öffentlicher Raum (Quelle)
Guerilla-Marketing sind grundsätzlich erstmal keine räumlichen Grenzen gesetzt. Im Gegenteil: Kreative Ideen spielen mit dem Raum. Beispiel: Jeep zeichnet Parkplatzlinien über Treppen zur Demonstration der Geländegängigkeit ihrer Autos. Wenn die Spuren solcher Aktionen nicht leicht zu beseitigen sind, handelt es sich ganz schnell um strafbare Sachbeschädigung. Auch beim Bekleben öffentlicher Flächen wie Verkehrsschilder bewegt man sich in strafbaren Gefilden.

Sondernutzungsregelung (Quelle)

# Wenn die Nutzung öffentlicher Wege und Plätze über den erlaubnisfreien Gemeingebrauch hinaus geht, bedarf es einer Erlaubnis
# Definition Gemeingebrauch: die Nutzung im Rahmen des üblichen Verkehrs, darunter auch den zu kommunikativen Zwecken.
# Meinungsaustausch erlaubnisfrei: nur bei nicht-gewerblichem Zweck
# Verkehrssicherungspflicht muss beachtet werden (Gefahren analysieren und Dritte i.F.v. konkreten Vorkehrungen davor schützen)

Meiner Meinung nach ist Guerilla Marketing eine gute Strategie – solange man es nicht übertreibt, ist es eine sehr kreative und künstlerische Art, für sich zu werben – wie beim am Anfang genannten Beispiel von MC Donalds. >> Tim Schmitt, 15 (Praktikant)

§ Gratwanderung Medienrecht § #2

Bildquelle: www.reporter-ohne-grenzen.de / Weltkarte zur Pressefreiheit

Die mächtige vierte Gewalt – Schwachpunkte im deutschen Mediensystem

Der Bericht über Aktuelle Probleme und Bedrohungen der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen beschäftigt sich mit vier Kernthemen in einer Nahaufnahme von Deutschland:

1.„Lügenpresse“: Anfeindungen und Gewalt gegen Journalisten
2.Im Visier von Justiz und Nachrichtendiensten: Journalisten und ihre Informanten
3.Viele Daten sammeln, wenige herausgeben: der rechtliche Rahmen
4.Medien in der Krise: Weniger Vielfalt, mehr versteckte Werbung

-> hier das pdf des Berichts.

Um zu verstehen, welche Herausforderungen die journalistische Arbeit mit sich bringt, muss man zunächst das Mediensystem verstehen. Grundlage dieses Systems ist Art. 5 Abs. 1 GG:

“Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.”

Freie Medien sind die Säulen der Demokratie. Das lässt sich so leicht sagen. In Deutschland – so glauben auch die mit dem kritischen Blick – ist die Pressefreiheit ziemlich hoch. Doch auf der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit ist Deutschland vom 12. Platz im Jahr 2015 auf Platz 16 gerutscht. Bereits seit Jahren bewegt sich Deutschland in diesem Segment. Ein essenzieller Faktor, der unfreie Medienarbeit begünstigt sind schwammigen Zusammenhänge von politischen Einstellungen und Interessen Einzelner in journalistischen Einflusskreisen wie Räte und Vorstände. Das schafft in der deutschen Medienlandschaft ungute Voraussetzung für freie Berichterstattung ohne politischen Einfluss. Denn letztendlich ist die Funktion der Medien in Deutschland als vierte Gewalt klar: Als Gegenpol zur Politik, der Gesellschaft vielseitige Möglichkeiten zur Meinungsbidlung zu schaffen.

Ein kritischer Punkt im journalistischen Alltag ist der “Quellenschutz”. Dient dieser wichtige Schutzmechanismus der Quelle oder wird er von Journalisten missbraucht? Diese zentrale Frage macht den Unterschied zwischen fundiertem Journalismus und fatalen Falschmeldungen. Unter Journalisten gibt es eine goldene Regel, die besagt, dass Informationen immer durch zwei voneinander unabhängige Quellen bestätigt werden sollen. Durch den Quellenschutz gibt es allerdings für niemanden außer dem Autor selbst eine Garantie dafür.

Ob als “Lügenpresse” betitelt oder sogar gewalttätig angegriffen – die deutschen Medien haben in den letzten zwei Jahren starke Einbußen in ihrem Stand erlebt. Liegt das an der Brisanz der Themen, mit denen nicht sensibel genug umgegangen wird? Gibt es zu viele politische Einflüsse, die die Medienkonsumenten stark wahrnehmen können? Oder sind es vielleicht auch rechtliche Hürden, die letztendlich freien Journalismus erschweren?

VW zukünftig People’s Automobile?

Bildquelle: www.handelsblatt.com

…Hier scheiden sich die Geister – VW kommt im Jahr 2016 mit der Entscheidung um die Ecke, die Konzernsprache zu wechseln: Statt Deutsch soll nun Englisch die Kommunikation im Konzern bestimmen. Wie weit wird VW damit gehen?

Überfällig, zu spät, unnötig, peinlich oder sogar schädlich? Applaus hört man jedenfalls wenig. In der wissenschaftlichen Arbeit “Die deutsche Sprache in der Markenkommunikation” wird VWs Nutzung der deutschen Sprache als Paradebeispiel für eine lebendige, kukturspiegelnde Markenpersönlichkeit vorgeführt. Zitate von Sprach-Strategen und -Künstlern könnten Aufschluss geben:

“Wie wir wissen, gibt es bestimmte Branchen, die von einer Sprache dominiert werden. Wie das Lateinische im Bereich Medizin oder das Französische unter Weinexperten. Nun scheint es so zu sein, dass Branchen wie der Maschinenbau mehr und mehr dazu übergehen, deutsche Begriffe international einzusetzen. Vor allem auch deshalb, weil sie sich nur sehr schwer übersetzten lassen. Oder sie haben eben ein entsprechendes internationales Standing: VW verkauft überall auf der Welt „das Auto“.” – Armin Reins (www.reinsclassen.de) im Interview mit dem Goethe Institut

“Nach einer Umfrage des Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft fordern immer mehr Firmen von ihren Mitarbeitern Englischkompetenz. 68 Prozent aller Unternehmen ziehen Sprachkenntnisse als Einstellungskriterium heran. […] Zum einen fördern sie [dadurch] die Dominanz der Wirtschaftssprache Englisch.” – aus: WELT am Sonntag

Die Stiftung Deutsche Sprache macht ihrem Frust über die Entscheidung von VW, Deutsch als Konzernsprache aufzugeben, Luft, indem sie VW-Aktien verkauft. (mehr dazu hier)
Mehr Für und Wider gibt es auch im #Handelsblatt.

Mehr über die Markensprache von VW im Auszug aus “Die deutsche Sprache in der Markenkommunikation” hier als pdf.

§ Gratwanderung Medienrecht § #1

Vergleichende Werbung – Zeichen von Schwäche oder ein Geniestreich?

Zum einen stärkt der direkte Proudukt-, Marken- oder Unternehmensvergleich den eigenen Stand. Zum anderen stellt sich die Frage, warum jemand es überhaupt nötig hat, sich zu vergleichen. Denn die Besten haben das ja grundsätzlich garnicht nötig, weil niemand sie und ihren Stand in Frage stellt.

Seit nun 16 Jahren ist es ausdrücklich per Gesetz (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)) gestattet, einen direkten Vergleich inklusive Namensnennung zu ziehen. Rechtsfolgen bei Falschanwendung sind gravierend, denn schneller als einem lieb ist landet man bei dieser Gratwanderung im Medienrecht in den Abgründen der Wettbewerbsverstöße wegen #unlautererWerbung. Die gleiche Zweckbestimmung ist Hauptvoraussetzung zur Anwendung eines erlaubten Vergleichs (§ 6 Abs. 2 Nr. 1 UWG).

3 TOP Beispiele für vergleichende Werbung:

Audi A 8 2011 (Vergleich mit Mercedes)
Samsung Galaxy S 4 (Vergleich mit Apple)
Pepsi (Vergleich mit Coca Cola)

Der wohl mit Abstand spektakulärste Werbe-Krieg findet statt zwischen Pepsi und Coca Cola – im Horizont wird der Coup beim Superbowl 2013 beispielhaft beschrieben: zum Artikel.

Gesetzliche Eckpfeiler im Medienrecht: § 6 UWG im Detail (per Klick)

# gemeinsame Zweckbestimmung oder gleicher Bedarf (§6. Abs. 2 Nr. 1 UWG)
# inhaltlicher Bezug: “objektiv auf eine oder mehrere wesentliche, relevante, nachprüfbare und typische Eigenschaften oder den Preis” (§6. Abs. 2 Nr. 2 UWG)
# Unverwechselbarkeit der konkurrierenden Angebote im Handel (§6. Abs. 2 Nr. 3 UWG)
# korrekte und nicht schadende Verwendung der Produkt- und Markenkennzeichen (§6. Abs. 2 Nr. 4 UWG)
# keine Herabsetzung oder Verunglimpfung der “Waren, Dienstleistungen, Tätigkeiten oder persönlichen oder geschäftlichen Verhältnisse” des Konkurrenten (§6. Abs. 2 Nr. 5 UWG)
# keine Darstellung der Konkurrenz als Imitator oder Nachahmer eines Originals (§6. Abs. 2 Nr. 6 UWG)

Marken + Persönlichkeit #4

Marken haben eine Meinung

Eine starke Persönlichkeit hat eine starke Meinung. Dazu gehören auch (Selbst-)Kritik und Vergleichen. Aktuell zeigt #LIDL, wie man durch den direkten Produktvergleich (Eigenmarken und Originalmarken) den eigenen Stand stärkt. Marken, die sich selbst und andere in Frage stellen, wirken ehrlich und reflektiert. Das baut Vertrauen zwischen Marke und Käufer auf, welches die Kaufentscheidung positiv beeinflusst und Treue provoziert.

Marken setzen auf diese Art der Kommunikation bereits seit Jahren. Doch was ist erlaubt und was grenzt an Rufbeschädigung? Die nächste Serie beschäftigt sich genau mit diesem Thema: § Gratwanderung Medienrecht §

Marken + Persönlichkeit #3

“Neben der Unternehmensphilosophie ist die Sprache das wichtigste Kriterium, die Persönlichkeit einer Marke zu bestimmen. […] Sprache symbolisiert und ‚transportiert‘ Persönlichkeit, bspw. auch das Selbstverständnis der Mitarbeiter eines Unternehmens. Deshalb gilt Sprache als ‚Persönlichkeits-Reflektor‘.” >> Hanna Umfahrer, 2015

In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema “Die deutsche Sprache in der Markenkommunikation” geht es unter anderem um die Sprache als markenbildende[n] Faktor. Marken, die eine eigene Tonalität, eigene Inhalte, einen ganz individuellen Sprachstil und sogar eigene Wortschöpfungen (VW: #fahrvergnügen) entwickeln, haben eine starke Markenpersönlichkeit. Da man einer Marke nicht, wie einem Menschen, persönlich begegnen kann, findet das “Markenerlebnis” vorallem über die Sprache statt.

Download-Link: Sprache als markenbildender Faktor (von Hanna Umfahrer)

Marken + Persönlichkeit #2

Marken zeigen Reaktionen

Die #verafake Aktion von #neomagazinroyale hat verschiedene Marken dazu veranlasst, mit passenden Statements zu antworten. Uns zeigt das eine neue Dimension der Markenkommunikation: Insbesondere online und mit der Hashtag-Nutzung ist es für Marken möglich, zeitnah auf Situationen zu reagieren. Durch diese Interaktion – wie in einem Gespräch zwischen Menschen – entwickelt eine Marke eine lebendige Persönlichkeit.

Link: Blog von Felix Beilharz

 

 

Marken + Persönlichkeit #1

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Marken feiern Feiertage

Die Blumenbranche ist längst nicht die einzige Branche, die aktiv an Feiertagen wirbt: Zum Muttertag haben u.a. Banken-, Bier-, Auto- und Kosmetikmarken ihre Zielgruppen in ihre Markenwelten entführt. Daran sieht man, dass Marken immer mehr als Persönlichkeiten agieren, am Alltag und Feiertag des Menschen teilnehmen.

Das #horizontmagazin hat seine 10 besten Muttertags-Ideen zusammengestellt: Ob humorvoll mit #deinemudda Witzen (Carlsberg) oder tiefgründig mit Fallschirmsprung (#herzsprung, Opel), die Marken gehen ganz unterschiedlich an dasselbe Thema ran:

1. Pandora: The Unique Thank You
2. Carlsberg: #YourMum
3. Opel: #HerzSprung
4. Commerzbank
5. P&G: Thank You, Mom
6. Jet Blue: Flybabies
7. Hipp: Mama, ich hab’ dich lieb!
8. Apple: Shot on iphone
9. Nivea: Ein Teil von Dir
10. Westlotto: #OfflineMothersday

Link: Horizont Artikel